Nationalpark Barra Honda

Unser nächstes “Wochenende” nahmen wir dann schon nach drei Arbeitstagen, da es für uns nicht so cool ist am Ende noch zwei Tage frei zu machen. Wir buchten wieder ein Auto und fuhren mal wieder in einen Nationalpark. Von denen gibt es hier nämlich eine ganze Menge. Dieser Park sollte allerdings etwas Besonderes sein.

Wie so oft, wenn man von einer der wenigen Hauptstraßen abfährt, beginnt ein Schotterweg. Diesen fuhren wir ca. 20km bis zum Parkeingang. Dort angekommen stellten wir fest, dass dieser Park wirklich sehr anders ist als z.B. Manuel Antonio. Auf dem Parkplatz standen gerade einmal zwei Autos. An der Info fragten wir nach einer Tour, da wir gerne in eine Tropfsteinhöhle gehen wollten. Dies war nämlich nur mit einem Guide möglich. Leider ist der Englischsprachige Guide gerade mit einer anderen Gruppe los. Also blieb uns nur noch ein Spanischsprachiger Guide. Wir überlegten hin und her und entschieden uns dann den Guide zu nehmen. Plötzlich standen wir vor einem nächsten Problem. Man konnte hier nicht mit Karte zahlen und wir hatten nicht genug Geld mit. Dann fiel Franzi noch ein, dass wir ja von Norma zur Abschiedsparty einen 100 Dollarschein bekommen haben und wir hatten diesen als Sicherheitsschein dabei. Den konnten wir hier gut gebrauchen. Dieses Problem war dann auch gelöst. Die nette Dame an der Info erklärte uns noch die Route und sagte, dass man die ersten 2km noch mit dem Auto hochfahren kann. (der Park war nämlich auf einem Berg) Sie wies allerdings auch daraufhin, dass unser Auto dafür nicht geeignet sei, da man dort nur mit einem 4×4 hoch kommt. Also hieß es für uns in der Mittagssonne 2km bergauf. (und der Berg hatte es in sich, er war wirklich steil) Zusammen mit einem costaricanischen Pärchen und dem Guide gingen wir dann zu Fuß nach oben. Der Guide war 60 Jahre alt und machte diesen Fußmarsch jeden Tag. „Der wird bestimmt 100 Jahre alt“. Der Guide war sehr bemüht uns einige Sachen auf Spanisch verständlich zu machen und wir verstanden auch sehr viel.
Der Park war nicht wie die anderen ein Tropischer Regenwald, er war sehr trocken und die Flora war nicht so dicht wie in den anderen Parks.

 

Nachdem wir zu einem tollen Aussichtspunkt gegangen sind, ging es dann zur Höhle. (Das Highlight hier im Park) vor der Höhle bekamen wir dann eine Kletterausrüstung mit Gurt und Helm. Anschließend ging es einzeln eine 17m lange Leiter in ein relativ kleines dunkles Loch.

Ich weiß nicht ob jemand schon mal eine 17m lange Leiter herunter gegangen ist. Es ist sehr anstrengend und geht ganz schön auf die Arme. Damit wir die Leiter nicht runterfallen können wurden wir angeseilt. Unten angekommen konnten wir einen riesigen Raum betrachten.

Wirklich wunderschön. Zu unserem Glück kamen noch zwei weitere Personen zu unserer Gruppe kurz vor der Höhle. Die eine kam aus Bayern und ihr Freund war Tourguide in einem anderen Nationalpark. Er hat uns dann immer alles auf englisch übersetzt was der andere Guide gesagt hat. Wir gingen dann immer tiefer in die Höhle und sahen sehr viele und schöne, in allen Formen vorkommende Stalaktiten und Stalakmiten.

Es ging eine weitere Leiter hinunter, diesmal durch ein noch kleineres Loch. Es bildete sich ein kleinerer Raum. Dann sagte der Guide, dass wir uns alle irgendwo anlehnen oder hinsetzen sollten. „Ich wusste erst gar nicht warum“. Dann sollten wir alle unsere Stirnlampen ausmachen. Ein bisschen gruselig. Auf einmal saßen wir in einer Höhle komplett dunkel. Man konnte nichts sehen. Es war Totenstille. Nur ab und zu hörte man ein paar Tropfen. Ich glaube ich war nie zuvor an so einem ruhigen Ort. Nach einigen Minuten machten wir unsere Lampen wieder an und begannen den Rückweg.
Es hieß die 17m lange Leiter wieder nach oben zu klettern. Den Anfang machte der Tico. Auf halber Strecke schrie er auf und begann hastig die Leiter wieder nach unten zu klettern. Es hatte sich eine Schlange die Leiter als Kletterhilfe zu nutze gemacht. Also wir hätten uns auch mega erschreckt. Der Guide ging die Leiter nach oben. Er verscheuchte die Schlange und sagte, dass sie nicht gefährlich sei. Mit einem leicht mulmigen Gefühl gingen wir dann alle die Leiter nach oben. Auf dem Rückweg sahen wir noch eine Familie Nasenbären.
Es ging ein anstrengender aber sehr schöner Tag zu Ende.